#301: Der Höchstkurs in Ihrem Kopf
Shownotes
🎧 Podigee-Shownotes für Episode #301: “Der Höchstkurs in Ihrem Kopf"
Eine Aktie kann deutlich im Gewinn liegen und sich trotzdem wie ein Verlust anfühlen.
Der Grund dafür liegt oft nicht im Unternehmen, nicht in der Bewertung und nicht einmal im heutigen Kurs. Sondern in einer Zahl aus der Vergangenheit, die sich im Kopf festgesetzt hat.
Viele Anleger orientieren sich nämlich nicht nur an ihrem Kaufkurs. Unbewusst kann ein ganz anderer Kurs zum Maßstab werden und damit beeinflussen, wie sie eine Position heute beurteilen.
Das ist gefährlich, weil vergangene Kurse schnell wie relevante Informationen wirken, obwohl sie für die künftige Rendite kaum etwas aussagen.
In Episode 301 geht es deshalb um einen Bezugspunkt, der erstaunlich viel Macht über unsere Entscheidungen im Depot entwickeln kann.
Und um die Frage, wie Sie erkennen, ob Sie eine Aktie gerade nach ihren heutigen Aussichten beurteilen oder ob ein alter Kurs heimlich Ihre Entscheidung übernimmt.
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⚖️ Disclaimer
Mit dieser Veröffentlichung wird kein Angebot zum Verkauf, Kauf oder zur Zeichnung von Wertpapieren oder sonstigen Titeln unterbreitet. Die enthaltenen Informationen und Einschätzungen stellen keine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung dar. Sie ersetzen unter anderem keine individuelle Anlageberatung.
Transkript anzeigen
00:00:06: In der Episode threehundert eins geht es um einen zweiten Bezugspunkt im Depot bzw.
00:00:11: in ihrem Kopf, denn neben dem Kaufkurs merkt sich mancher Anleger vor allem eines – den höchsten Kurs, den er gesehen hat!
00:00:18: Doch was macht das mit ihren Entscheidungen?
00:00:26: Herzlich willkommen!
00:00:27: Moin und Servus beim Podcast.
00:00:29: Aktien verstehen und erfolgreich nutzen.
00:00:33: Mein Name ist Wilhelm Scholze.
00:00:34: als Profi habe ich über siebzehn Jahre lang Form Manager und Vermögensverwalter in Aktien beraten Und seit dem Jahr hierher lebe ich ausschließlich vom Investieren in einzelne Aktien.
00:00:45: In diesem Podcast geht es darum, wie Sie teure Fehler vermeiden und am Wachstum der innovativsten Firmen der Welt partizipiert.
00:00:53: Tipps gibt's viele!
00:00:55: Hier geht´s um Snow-Haw.
00:01:01: Kann man enttäuscht sein trotz Gewinn?
00:01:04: Stellen sie sich vor, Sie haben vor einiger Zeit eine Aktie zu hundert Euro gekauft.
00:01:09: Ende Monaten danach lief es gut.
00:01:11: Der Kurs stieg Und irgendwann stand die Akze bei Hundertsechzig.
00:01:16: Sie haben allerdings nicht verkauft, doch heute schauen sie ins Depot und die Akce steht bei Hunderdvonzwanzig.
00:01:23: Das ist immer noch ein Plus von Vonzwannzig Prozent!
00:01:26: Nach jedem vernünftigen Maßstab ist das ein ordentlicher Gewinn... ...und trotzdem kenne ich kaum einen Anleger der in dieser Situation zufrieden auf sein Debruch schaut.
00:01:36: Die meisten sehen nicht die Vonmuhrzwanzigeuro, die sie gewonnen haben.
00:01:40: Sie sehen die Vomunn dreißig Euro die seit dem Höchskurs weg sind.
00:01:45: Subjektiv empfinden Sie daher einen Verlust von thirty-fünf Euro gegenüber dem früheren Höchstkurs.
00:01:51: Die Aktie fühlt sich dadurch eher wie ein Verlierer als ein Gewinner an.
00:01:56: Woran liegt das?
00:01:58: Nun zu Beginn ist der Kaufkurs der eine natürliche Bezugspunkt.
00:02:02: Bei einhundert sind sie eingestiegen.
00:02:05: An dieser Zahl messen sie, ob sie im Plus oder im Minus stehen.
00:02:08: Das leuchtet jedem sofort ein Denn es ist der berühmte Einstandskurs.
00:02:13: Doch diese Folge soll zeigen, dass Anleger für dieselbe Aktie sogar mehrere konkurrierende Bezugspunkte besitzen können.
00:02:21: Eine Studie aus den USA hat das dieses Jahr einmal untersucht.
00:02:25: Sie heißt at the top of mind.
00:02:28: Peak prices and a disposition effect – nur falls ihr das genauer interessiert!
00:02:35: Und welche Kurse geht es darin?
00:02:37: Nun zunächst natürlich um den tatsächlichen Kaufkurs… dann den eben erwähnten höchsten Kurs während der gesamten Haltedauer.
00:02:47: Doch auch um den Kurs beim letzten intensiven Deportcheck, dann eventuell einen Kurs zu dem sie beinahe verkauft hätten und natürlich den heutigen Kurs der für die zukünftige Rendite maskeble ist.
00:03:05: Der wichtigste der nicht nur stark im Gedächtes bleibt sondern auch die größte negativen Emotionen auslöst ist aber wohl der Höchstkurs seit ihrem Kauf.
00:03:14: Die Hundertsechzig Euro haben Reale in ihrem Depot gestanden.
00:03:17: Sie haben diesen Betrag als Ihren angesehen, auch wenn sie nie ein echtes Geld verwandelt haben.
00:03:23: Von diesem Moment an rennen sie unbewusst gegen die Hundert Sechzig – nicht mehr nur oder noch viel weniger gegen die Einhundert Euro des Einstandskurses.
00:03:35: Klar!
00:03:36: Der Weg von hundert auf hundertsechszig hat sich gut angefühlt.
00:03:43: fühlt sich doch aber wieder sehr Verlust von von dreißig Euro an.
00:03:48: Obwohl an keinem einzigen Tag Geld von ihrem Konto abgeflossen ist.
00:03:52: Sie haben mit dieser Aktie nichts verloren, sie haben nur weniger gewonnen als zwischenzeitlich möglich gewesen wäre.
00:04:00: Vielleicht erinnern Sie sich sogar an den Tag an dem die hundertsechzigende Post stand und an das Gefühl dass ihre Entscheidung von damals aufgegangen ist.
00:04:09: Diese Zahl bleibt im Kopf Und ab.
00:04:12: da vergleichen sie jeden neuen Kurs mit dem Besten, den Sie je hatten.
00:04:17: Und fast jeder Vergleich fällt dann zwangsläufig schlechter aus!
00:04:21: Da geht es mir übrigens keineswegs anders... Leider.
00:04:26: Gefühlt zählt der Abstand von thirty-fünf Euro zur früheren Höheskurs.
00:04:30: Die Studie liefert damit einen Beleg für etwas das viele aus dem eigenen Depot kennen aber worüber man selten nachdenkt.
00:04:38: Was in dieser Lage zu tun ist sagt sie allerdings auch nicht.
00:04:42: Das ist unsere Aufgabe.
00:04:44: Und so entstehen aus diesem Gefühl häufig drei Reaktionen, die allerdings sehr unterschiedlich aussehen.
00:04:50: Man könnte sie Fehlentscheidungen nennen aber das trifft es nicht ganz.
00:04:55: Die Handlung muss nicht falsch sein.
00:04:57: Verkaufen kann in dieser Lage richtig sein Halten kann richtig sein Nachkaufen.
00:05:01: auch.
00:05:02: Der Fehler liegt darin die Entscheidung aus dem früheren Höchskurs abzuleiten der dafür aber als Entscheidungshilfe nicht taugt.
00:05:11: Also die erste Reaktion Sie verkaufen schnell, um den Rest des Gewinns zu retten.
00:05:16: Der Gedanke dahinter ist lieber jetzt die von nur zwanzig Prozent sichern bevor sie auch noch verschwinden!
00:05:23: Der Auslöser ist nicht ihre Einschätzung des Unternehmens sondern die Sorge dass einem kleineren Gewinn ein noch kleiner oder sogar ein Verlust wird.
00:05:33: Sie handeln aufgrund der Bewegung der letzten Wochen – nicht aufgrund Erwartungen für die nächsten Jahre.
00:05:41: Die zweite Reaktion ist das Gegenteil Sie verkaufen auf keinen Fall, unabhängig davon wie das Unternehmen dasteht und warten bis die Aktie wieder hundertsechzig Euro erreicht.
00:05:51: Erst dann sagen sie sich ist die Sache in Ordnung.
00:05:55: Hier wird nicht aus Angst gehandelt sondern gar nicht Eine einzelne Zahl aus der Vergangenheit entscheidet darüber wann sie sich mit einem Verkauf überhaupt befassen.
00:06:07: Ob hundertsächsich Euro angesichts der heutigen Geschäftslage je wieder gerechtfertigt sind kommt in dieser Rechnung nicht vor.
00:06:16: Die dritte Reaktion betrifft nicht das Halten oder Verkaufen, sondern das Nachkaufen.
00:06:21: Sie sehen die Aktie bei hundred und zwanzig und denken sie war doch schon mal hundertsechzig wert also ist jetzt günstig.
00:06:29: Der frühere Höchskurs wird zum Maßstab für den fairen Wert.
00:06:33: Dabei sagt er nichts darüber was das Unternehmen heute wirklich wert ist.
00:06:38: Es sagt nur was andere Anleger zu einem bestimmten Zeitpunkt bereit waren zu zahlen.
00:06:44: Keine dieser drei Entscheidungen lässt sich aus dem früheren Höchstkurs ableiten.
00:06:49: Ob sie verkaufen, halten oder nachkaufen sollten hängt an anderen Dingen.
00:06:54: Am heutigen Kurs von hundert und zwanzig Euro was Sie ab heute von dem Unternehmen erwarten?
00:07:00: An der Bewertung im Verhältnis zu den realistisch erreichbaren Gewinnen?
00:07:04: An den Risiken die noch offen sind?
00:07:07: Und an den Alternativen die Sie für dasselbe Geld haben?
00:07:11: In keiner dieser Fragen kommt die Zahl Hundertsechtzig vor.
00:07:16: Das heißt aber nicht, dass der Rückgang bedeutungslos ist.
00:07:19: Ein Kursverlust von Hundertsechzeh auf Hundertfünfundzwanzig kann ein berechtigter Anlass sein die Position noch einmal zu prüfen.
00:07:26: Womöglich sind die Erwartungen an das Unternehmen gesunken und er mag da das Nachvoll zogen.
00:07:32: Es kann auch sein, dass es operative Probleme gibt, die bei Hundert Sechzig noch niemand auf der Rechnung hatte.
00:07:38: Und manchmal war die Bewertung bei Hundsechzig schlicht übertrieben, sodass Hundert Fünfund zwanzig nur die Rückkehr auf einen Niveau ist dass mit der Geschäftslage wieder etwas zu tun hat.
00:07:48: Der Rückgang ist also ein Auslöser für eine Prüfung, die Antwort auf die Frage ob verkauft gehalten oder nachgekauft werden soll liefert er aber nicht.
00:07:58: Diese Antwort entsteht erst wenn sie sich die heutige Lage des Unternehmens ansehen.
00:08:04: das ist dieselbe Arbeit die Sie schon vor dem Kauf gemacht haben sollten nur mit den Zahlen von heute.
00:08:16: und die Risiken abbegen müssen sie selbst.
00:08:21: Wie kommen Sie für sich zu dieser Entscheidung?
00:08:24: Eine Frage hilft dabei, den früheren Höchskurs aus dem Weg zu räumen.
00:08:29: Würden Sie heute genauso entscheiden wenn Sie diesen früheren höchstkurs nicht kennen würden oder nie gesehen hätten?
00:08:38: Wenn Ihre Antwort auf einmal anders ausfällt sobald die Hundertsechzig aus dem Kopf verschwindet dann entscheidet nicht ihre Analyse sondern die Erinnerung an einen Kurs.
00:08:51: Diese Frage hat allerdings eine Grenze und die möchte ich nicht verspeigen.
00:08:55: Es kann gute Gründe geben, eine Aktie zu halten, die Sie heute nicht zusätzlich kaufen würden.
00:09:01: Ihre Position hat vielleicht schon ein Gewicht bei dem ein Nachkauert aus der Po zu einseitig machen würde.
00:09:07: Ein Verkauf würde den Verlust einer Position bedeuten, die sie wirklich längerfristig halten wollen ohne jedoch die Risiken weiterzu erhöhen oder die Aufteilung ihres Portfolios spricht dagegen an dieser einen Stelle noch mehr Geld zu binden.
00:09:24: In all diesen Fällen ist Halten vernünftig, obwohl kaufen es nicht mehr wäre.
00:09:30: Die Frage ist deshalb ein Denkwertzeug und keine Regel die automatisch zum Verkauf führt.
00:09:37: Sie nimmt ihnen eine Entscheidung also nicht ab.
00:09:39: sie hilft ihnen nur zu merken ob der alte Kurs in ihre Überlegung hineinspielt obwohl er dort nichts zu suchen hat.
00:09:48: Ob sie am Ende verkaufen halten oder nachkaufen entscheidet sich an den Zahlen und den Aussichten von heute.
00:09:58: Wenn Ihnen diese Episode wieder gefallen hat, dann teilen Sie sie doch gerne mit Freunden oder Bekannten die sich auch für das investieren in Einzelaktien interessieren.
00:10:08: Sie wird mir damit eine große Freude machen!
00:10:11: Und damit wünsche ich Ihnen wieder alles Gute und viel Erfolg bei all Ihren Investments.
00:10:18: Ihr Wilhelm Scholze.
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