#289: Was sind die wirklichen Risiken?

Shownotes

🎧 Podigee-Shownotes Vorlage für Episode #289: “Wirkliche Risiken"

Risiko ist eines der meistbenutzten Wörter an der Börse. Aber oft meinen Anleger damit sehr unterschiedliche Dinge. Mal geht es um Kursschwankungen. Mal um schlechte Nachrichten. Mal um einzelne Aktien, die im Depot plötzlich unangenehm werden.

In dieser Episode geht es darum, warum diese Sicht auf Risiko oft zu kurz greift. Denn nicht alles, was sich riskant anfühlt, ist automatisch das größte Risiko. Und nicht alles, was ruhig aussieht, ist wirklich sicher.

Es geht um den Unterschied zwischen Gefahr, Risiko und Volatilität. Vor allem aber geht es um die Frage, welche Rolle das eigene Verhalten spielt, wenn Märkte fallen, Aktien schwanken und Entscheidungen unter Druck getroffen werden müssen.

Denn an der Börse entstehen viele Verluste nicht nur durch schlechte Aktien. Sie entstehen durch Reaktionen, die im falschen Moment jedoch logisch wirken.


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Mit dieser Veröffentlichung wird kein Angebot zum Verkauf, Kauf oder zur Zeichnung von Wertpapieren oder sonstigen Titeln unterbreitet. Die enthaltenen Informationen und Einschätzungen stellen keine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung dar. Sie ersetzen unter anderem keine individuelle Anlageberatung.

Transkript anzeigen

00:00:06: In der Episode twohundertneunundachtzig geht es um Risiken.

00:00:09: Und warum Anleger oft auf das achten, was schwankt?

00:00:13: Aber zu selten auf das, was ihr Verhalten verändert.

00:00:16: Denn dort entstehen viele der langfristig teuersten Fehler.

00:00:26: Herzlich willkommen!

00:00:27: Moin und Servus beim Podcast Aktien verstehen und erfolgreich nutzen.

00:00:33: Mein Name ist Wilhelm Scholze.

00:00:34: als Profi habe ich über siebzehn Jahre lang Form Manager und Vermögensverwalter in Aktien beraten Und seit´s Voraus, lebe ich ausschließlich vom Investieren in Einzelaktien.

00:00:45: In diesem Podcast geht es darum wie Sie teure Fehler vermeiden und am Wachstum der innovativsten Firmen der Welt partizipiert.

00:00:53: Tipps gibt's viele!

00:00:55: Hier geht´s um´s Know-how Risiken.

00:01:03: Es gibt eine Frage die ich im Gespräch mit Anliegern gerne stelle.

00:01:07: Die Frage lautet... Welches Risiko macht Ihnen gerade am meisten Sorgen?

00:01:12: Die Antwort bei Aktienanlägern ist fast immer gleich.

00:01:16: Kurs-Einbrüche, schlechte Quartalszahlen ein neues Krisenthema das gerade in den Nachrichten ist manchmal ein konkreter geopolitischer Konflikt oder eine Notenbankentscheidung auf die sie alle warten und manchmal ist es eine bestimmte Aktie im Depot die sich in letzter Zeit nicht gut entwickelt hat.

00:01:35: Das sind alles echte Dinge über dir einen Aktien Anleger zu Recht nachdenkt.

00:01:40: Aber sie sind nicht unbedingt generell die größten Risiken.

00:01:44: Sie sind nur diejenigen, die jemanden den Aktien anlegt am meisten beschäftigen.

00:01:50: Doch das größte Risiko ist ein anderes.

00:01:52: Es ist das Risiko des Nicht-Investierungs.

00:01:56: Wir alle wissen um den Zustand unserer Rentenversicherung und dass diese für die jüngeren Generationen keine wirkliche Sicherheit im Alter mehr bieten wird.

00:02:05: Dazu kommt der nicht sichtbare Jahre lange Kaufkraftverlust der sich so langsam ansammelt, dass die meisten Menschen ihn erst bemerken wenn er schon erheblich geworden ist.

00:02:16: Wer hunderttausend Euro über zehn Jahre auf einem Konto oder in einer sehr niedrig verzinnsten Anlage hält und dabei eine reale Inflationsrate von drei Prozent ansetzt verliert in diesen Zeit real rund sechsundzwanzig tausend euro an Kaufkraft.

00:02:33: kein Alarm, kein Kursfeld, kein Crash.

00:02:36: das Depot zeigt hundertausend Euro vielleicht sogar etwas mehr Und trotzdem ist enormer Wert verschwunden.

00:02:44: Nicht dramatisch und nicht auf einmal, sondern in jedem Moment ein kleines Stück.

00:02:48: Das ist das Unangenehme daran.

00:02:51: Es gibt keinen konkreten Moment, in dem man sagen kann Jetzt ist es passiert!

00:02:56: Es passiert einfach immer weiter.

00:02:59: Ich sage das nicht um Angst zu machen Sondern weil ich beobachte dass viele Anleger erhebliche Energie darauf aufwenden alle Risiken zu vermeiden die sie im Fernsehen und in der Zeitung gesehen haben.

00:03:11: Sie meiden Aktien und nehmen gleichzeitig einen Kaufkraftverlust hin, den niemand thematisiert weil er keine eigene Schlagzeile produziert.

00:03:20: Doch auch wenn ich mit Aktien anliege über das Wort Risikospreche meine ich fast immer etwas anderes als das was mein Gegenüber darunter versteht.

00:03:29: Es gibt dabei eine Unterscheidung die ich für grundlegend halte.

00:03:34: Gefahr ist nicht dasselbe wie Risiko.

00:03:37: Eine Gefahr isst etwas das eintreten könnte und schaden würde.

00:03:42: Ein Unternehmen kann in finanzielle Schwierigkeiten geraten wie im Corona-Tui.

00:03:47: Ein Markt kann stark fallen, ein Sektor kann an Relevanz verlieren – das sind alles Gefahren die existieren und ein guter Anleger nimmt sie ernst.

00:03:57: Risiko beschreibt etwas anderes!

00:04:00: Es beschreibt zusätzlich wie wahrscheinlich eine solche mögliche negative Entwicklung tatsächlich für meine konkrete Situation ist… Und das hängt zum Teil von Dingen ab, die ich durchaus selbst in der Hand habe... Von der Größe meiner Positionen.

00:04:15: Von meinem Zeithorizont, von meiner Liquidität und von der Qualität der Unternehmen die ich besitze.

00:04:23: Und das ist oft der entscheidende Faktor von einem eigenen Verhalten wenn es schwieriger wird.

00:04:30: Zwei Anleger können dieselbe Aktie halten und ein völlig unterschiedliches Risiko haben.

00:04:35: Der eine hat eine kleine Position in einem gut diversifizierten Depot keine Zeitdruck und die innere Ruhe einen Rückgang abzuwarten.

00:04:45: Der andere hat ein überproportional großen Anteil seines Vermögens in dieser einen Aktie, braucht das Kapitalen drei Jahren und schläft schon jetzt schlecht wenn der Markt schwächer wird.

00:04:56: Gleiche Aktie gleicher Kurs völlig anderes Risiko.

00:05:01: Das liegt nicht an der Aktie.

00:05:03: es liegt an der Situation und an der Person die sie hält.

00:05:07: Es klingt einfach wenn man es so formuliert aber in der Praxis denken die meisten Anleger bei der Frage nach dem Risiko zuerst an die Aktie und nicht dann sich selbst.

00:05:18: Das ist verständlich, aber es führt häufig zur falschen Einschätzung.

00:05:23: Dann gibt es noch ein drittes Wort das gern mit Risiko gleichgesetzt wird – Volatilität.

00:05:29: Volatilitet klingt neutral fast harmlos.

00:05:33: Es ist der Begriff den Banken verwenden wenn sie erklären wollen dass Aktien schwanken.

00:05:38: In Produktunterlagen steht er nüchter neben Kennzahlen und Tabellen als wäre ja eine technische Eigenschaft wie die Laufzeit einer Anleihe.

00:05:47: Eine Aktie mit hoher Volatilität, das klingt nach einem Faktor den man einkalkuliert.

00:05:53: Aber was Volatilität für einen Anlieger in der Praxis bedeutet ist keineswegs harmlos Denn für nicht wenige führt sie zu schlechten Schlaf Zu einem Gefühl etwas falsch gemacht zu haben und damit zu dem Drang irgendetwas zu tun Zu verkaufen umzuschichten Die Verluste zu begrenzen bevor es noch schlimmer wird.

00:06:16: Und je größer die Position, desto stärker wird dieser Drang.

00:06:19: Nicht weil die Aktie schlechter geworden ist sondern weil das eigene Erleben eines Rückgangs mit dem Betrag wächst um den es geht.

00:06:29: Doch dazu eine wichtige Unterscheidung.

00:06:31: Volatilität ist nicht dasselbe wie dauerhafter Kapitalverlust.

00:06:36: Ein Kursrückgang von zwanzig Prozent der sich über Monate wiederholt ist keine bleibende Schädigung des Vermögens solange der Anleger in dieser Zeit keine Fehler macht.

00:06:47: Das Problem ist nicht die Schwankung selbst, das passiert einfach.

00:06:52: Das Problem is das was die Schwanking im Anleger auslöst und dass es eine Frage die sich niemand anderes beantworten kann als man selbst.

00:07:02: Und das bringt mich zu dem was ich für den eigentlich Kern des Risikomanagements halte und was die meisten Anlegers vielleicht so nicht auf dem Schirm haben Denn die Frage ist nicht wie viel Schwankungen verträgt mein Depot?

00:07:16: Die Frage ist Wie viel Schwanken verdreckt Mein Verhalten.

00:07:21: Und das ist ein bedeutender Unterschied, der oft unterschätzt wird Denn ein Depot verträgt theoretisch jeden Kursrückgang.

00:07:28: Das sind Kurse auf einem Stück Papier Sie fallen und sie steigen wieder.

00:07:33: Schauen Sie sich nur einen sehr langfristigen Chart an.

00:07:35: Da gab es in der Vergangenheit immer wieder deutliche rückläufige Phasen am Aktienmarkt.

00:07:40: Manche davon sind darin aber Rückblicken kaum noch zu erkennen Obwohl es da vielleicht auch um zehn, fünfzehn oder sogar mehr Prozente ging Was aber ganz gravierende Auswirkungen auf Depots hat, auch wenn der Markt letztendlich steigt ist ein Anlieger verändert sein Verhalten.

00:07:59: Wenn er oder sie unter Druck steht.

00:08:03: Er verkauft zu früh.

00:08:04: Er kauft nach um einen Fehler zu kompensieren.

00:08:08: Er tauscht eine ruhige Halteposition gegen eine kurzfristige Aktivität weil Aktivitäten sich besser anfühlt als abwarten und er sucht Bestätigungen für seine Entscheidungen.

00:08:20: Die findet er meistens auch, weil in schlechten Marktphasen die negativen Schlagzeilen nie ausgehen.

00:08:27: Aber ein Panikverkauf auf dem Tiefpunkt ist kein Risiko-Management – es IST das Risiko!

00:08:33: Realisiert in dem Moment, indem es am teuersten ist.

00:08:38: Wer eine gute Aktie aus Angst verkauft und sie drei Monate später dreißig Prozent höher wieder zurückkauft hat nicht auf Sicherheit gespielt … Er hat Geld verloren ... Weil sein Verhalten teurer war als die Schwankung selbst wenn er sie denn überhaupt zurückkauft.

00:08:55: Das ist kein seltenes Muster, es ist eines der häufigsten das ich bei Anlegern beobachte.

00:09:00: Deshalb ist eine der wichtigsten Fragen vor einem Investment nicht die Frage nach der erwarteten Rendite oder nach dem Kursziel.

00:09:09: Es ist die Frage in welcher Positionsgröße kann ich diese Aktie halten ohne dass ein Kursrückgang von sagen wir mal zwanzig Prozent mein Verhalten ändert?

00:09:19: Denn wenn diese Grenze überschritten ist Dann ist die Position schlicht zu groß, unabhängig davon wie gut die Aktie ist.

00:09:30: Doch die Antwort auf diese Frage fällt bei jedem Anleger anders aus weil sie nicht von der Aktie abhängt sondern von der Person die sie hält.

00:09:39: Was bedeutet das alles praktisch?

00:09:42: Erstens Nullrisiko gibt es nicht.

00:09:45: Wer glaubt durch vollständige Vermeidung von Aktien sicher zu sein vermeidet zwar eine Art von Risiko Kursschwankungen mit zwischenzeitlichen Kursverlusten und echten Verlierern bei Einzelaktien, aber er akzeptiert dafür ein anderes.

00:10:01: Den schleichenden, aber stetigen Kaufkraftverlust!

00:10:04: Und ihr verzichtet auf reales Vermögenswachstum über lange Zeiträume.

00:10:09: Das ist eine Entscheidung die legitim sein kann Aber sie sollte bewusst getroffen werden nicht aus dem Reflex heraus das Aktien sich riskant anfühlen.

00:10:18: Denn den Umgang mit Aktien kann man lernen und erst durch eigenes Wissen um die Zusammenhänge Und Trigger von Aktienkursbewegungen kann man sich vertrauen und Gelassenheit aufbauen, die so wichtig sind wenn man am Aktienmarkt investiert.

00:10:35: Und zweitens Risiko entsteht nicht nur durch das was an Märkten passiert Es entsteht auch durch das, was der Anleger tut Wenn etwas an den Märkten Passiert.

00:10:46: Eine gute Aktie in einer zu großen Position gehalten von einem Anlegger Der keinen Kursrückgang aushält Kann zu einem schlechten Investment werden Nicht weil die Aktie schlecht war, sondern weil die Reaktion auf Kursbewegungen falsch war.

00:11:03: Eine Frage, die ich Ihnen mitgeben möchte – wenn Ihre Depo morgen um twenty-fünf Prozent fallen würde?

00:11:08: Was würden Sie tun?

00:11:10: Nicht was würden Sie denken!

00:11:11: Was würden sie wirklich

00:11:13: tun?!

00:11:15: Ich möchte Ihnen heute nicht sagen welchen Aktien Sie kaufen sollten aber ich möchte Ihnen sagen dass das erste und wichtigste Aufgabe als Anleger nicht der Auswahl der richtige Titel ist.

00:11:25: Es ist das Verständnis des eigenen Risikos in all seinen Formen.

00:11:30: Dem Sichtbahnen, dem Unterschätzten und dem, dass man leicht übersieht.

00:11:37: Wie man Risiken von Branchen- und Einzelaktien schon im Vorfeld eines Kaufes besser einschätzt, ist ein eigenes Modul meiner Masterclass Denn die größte Gefahren für das eigene Depot kann sich schon dadurch ersparen Dass man sich ihnen gar nicht erst aussetzt.

00:11:54: Bei Interesse lassen Sie uns sprechen.

00:11:57: Vereinbaren Sie einfach eine Gesprächstermin mit mir persönlich unter willhelmscholze.com und damit wünsche ich Ihnen wieder alles Gute und viel Erfolg bei all Ihren Investments!

00:12:12: Ihr Wilhelm Scholze.

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