#286: Warum Trading schneller arm als reich macht

Shownotes

🎧 Podigee-Shownotes Vorlage für Episode #286 „Trading - warum schneller arm als reich“

In dieser Episode geht es um eine Frage, die viele Anleger unterschätzen: Warum wirkt Trading oft so kontrollierbar, obwohl es für viele auf Dauer teuer wird?

Gerade bei Aktien entsteht schnell der Eindruck, man müsse nur den richtigen Moment finden: kaufen, kurz warten, verkaufen, Gewinn mitnehmen. Doch hinter dieser scheinbar einfachen Logik steckt eine Rechnung, die in der Praxis oft ganz anders aussieht. Kleine Gewinne, schnelle Entscheidungen und der Wunsch nach einem regelmäßigen Zusatzeinkommen können dazu führen, dass Anleger ein Spiel spielen, dessen Regeln sie erst bemerken, wenn es bereits Geld gekostet hat.

Ich zeige, warum Trading nicht nur an falschen Einschätzungen scheitert, sondern häufig schon an der Art, wie dieses Spiel funktioniert. Und warum langfristiges Investieren oft weniger aufregend wirkt, aber genau dadurch die besseren Chancen eröffnet.


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⚖️ Disclaimer

Mit dieser Veröffentlichung wird kein Angebot zum Verkauf, Kauf oder zur Zeichnung von Wertpapieren oder sonstigen Titeln unterbreitet. Die enthaltenen Informationen und Einschätzungen stellen keine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung dar. Sie ersetzen unter anderem keine individuelle Anlageberatung.

Transkript anzeigen

00:00:05: In der Episode twohundertsechsundachtzig geht es darum, warum Privatanläge beim Trading nur sehr selten als Gewinner vom Tisch gehen.

00:00:13: Denn auch Trading ist ein langfristiges Spiel selbst wenn man nur schnelle Trades macht und auf Dauer gewinnt wie immer die Bank.

00:00:26: Herzlich willkommen!

00:00:27: Moing und Servus beim Podcast Aktien verstehen und erfolgreich nutzen.

00:00:33: mein Name ist Wilhelm Scholze.

00:00:34: Als Profi habe ich über siebzehn Jahre lang Fondsmanager und Vermögensverwalter in Aktien beraten.

00:00:40: Und seit dem Jahr hierher lebe ich ausschließlich vom Investieren in Einzelaktien.

00:00:45: In diesem Podcast geht es darum, wie Sie teure Fehler vermeiden und am Wachstum der innovativsten Firmen der Welt partizipiert.

00:00:53: Tipps gibt's viele!

00:00:55: Hier geht´s um Snow-How Die verführerische Welt des Tradings.

00:01:04: Vor kurzem wurde ich von einem jungen Mann gefragt Ob siebzigtausend Euro genügen, um sich mit dem Trading nebenbei ein schönes Zusatzeinkommen zu verdienen.

00:01:14: Oder wie viel man denn wohl so bräuchte, um davon leben zu können?

00:01:18: Deshalb möchte ich heute dieses Thema einmal wieder näher anschauen weil es sehr viele Anleger gibt die sich genauso etwas wünschen.

00:01:27: Es gibt da diese Vorstellung die sich hartnäckig hält.

00:01:31: Trading klingt nach Freiheit Nach schneller Entscheidung nach Kontrolle.

00:01:36: Man sitzt vor dem Bildschirm, sieht Kurse, erkennt eine Bewegung steigt ein und wieder aus und nimmt einen Gewinn mit.

00:01:45: Zumindest tut ihr so in den Vorstellungen aus Und so manche Trading-Kursanbieter versprechen auch ein quasi regelmäßiges Einkommen Mit wenig Zeitaufwand.

00:01:56: Und natürlich gibt es einzelne Menschen die mit Trading Geld verdienen.

00:02:00: Es wäre unseriös das zu bestreiten Aber meist sind das professionelle Händler und Spezialisten, die genau für dieses Spiel ausgebildet sind.

00:02:11: Händler, die das Jahre- und Jahrzehnte gemacht haben und daher vorher schon viel Leergeld bezahlt haben.

00:02:18: Für den meisten Privatanleger aber ist Trading nicht einfach nur schwierig.

00:02:23: Es startet oft schon mit Gegenwind noch bevor man überhaupt beurteilt hat ob die eigene Markteinschätzung richtig war.

00:02:31: Denn der Trader muss nicht nur den Markt richtig einschätzen was an sich schon extrem schwierig ist, wenn man keine Kristallkugel besitzt.

00:02:40: Er muss auch die Kosten schlagen!

00:02:42: Denn Sprat... Die Ausführung... ...die eigene Psyche und den Zeitdruck... Den Wettbewerb mit Teilnehmern, die oft schneller besser ausgestattet und emotionsloser sind.

00:02:56: Und deshalb möchte ich heute nicht einfach sagen, Trading ist riskant.

00:03:00: Das wäre zu einfach.

00:03:02: Ich möchte Ihnen zeigen warum Trading fast automatisch Geld kostet.

00:03:07: Nicht bei jedem einzelnen Trade, aber als wiederholtes Verhalten, als Denk- und Lebensweise.

00:03:15: Es ist ein wenig wie im Casino beim Roulette Man gewinnt auch ab und zu keine Frage Aber am Ende gewinnte immer die Bank.

00:03:24: Am Aktienmarkt ist es genauso.

00:03:27: Aber schauen wir uns das mal in Zahlen an.

00:03:31: Viele Trader sagen ich riskiere pro Trade nur ein Prozent meines Kapitals.

00:03:37: Das klingt vernünftig und es kann auch vernünftig sein, wenn man wirklich weiß was man tut.

00:03:42: Aber schauen wir mal genauer hin.

00:03:45: Angenommen jemand hat ein Depot von siebzig tausend Euro.

00:03:49: Ein Prozent davon sind siebenhundert Euro.

00:03:51: Wenn ihr nur diese sieben hundert Euro setzt und damit einen Gewinn von einem Prozent erzielt verdient er sieben Euro.

00:04:00: Sieben Euro!

00:04:02: Auf das gesamte Depot bezogen sind das Null Komma Null Eins Prozent.

00:04:07: Dafür muss er eine Marktmeinung haben, einen Einstieg finden, sauber ausgeführt werden und rechtzeitig wieder aussteigen.

00:04:15: Und das alles noch vor Kostensbrett und Slippage.

00:04:19: Jetzt könnte man sagen gut dann setze ich eben mehr ein.

00:04:23: zum Beispiel zehn Prozent des Depots also sieben tausend Euro.

00:04:30: Dann sieht ein Prozent Gewinn schon besser aus.

00:04:33: Aus sieben Euro werden dann siebzig Euro gewinnen.

00:04:37: Aber nun kommt die zweite Frage Wie viel Verlust bin ich bereit auszuhalten?

00:04:42: Wenn ich bei minus zehn Prozent aussteige, riskiere ich auf diese Position siebenhundert Euro.

00:04:48: Also wieder ein Prozent des gesamten Depots und es klingt kontrolliert!

00:04:53: Nur entsteht jetzt ein anderes Problem... wenn ich bei einem Gewinn von ein zwei oder drei Prozent aus steige aber einen Verluste von bis zu zehn Prozent zulasse dann verdiene ich beim Gewinntrad deutlich weniger als bei einem Verlusterer verloren werden.

00:05:11: Ein Gewinn von drei Prozent auf sieben Tausend Euro bringt zweihundertzehn Euro.

00:05:16: Ein Verlust von zehn Prozent kostet sieben Hundert.

00:05:20: Das heißt, ich brauche mehrere gute Traits nur um einen schlechten Trait auszugleichen.

00:05:26: Dann muss meine Trefferquote schon sehr hoch sein und zwar dauerhaft nicht an einem guten Tag, nicht in einer guten Marktphase sondern über viele Traits hinweg zu jeder Phase Wenn ich dieses Ungleichgewicht vermeiden will.

00:05:44: Enger aussteigen, vielleicht schon bei minus ein oder zwei Prozent.

00:05:48: Und dann ist der Verlust kleiner.

00:05:51: aber da bin ich wieder in einer anderen Falle Denn bei so engen Verlussgrenzen werde ich viel häufiger ausgestoppt.

00:05:58: Schon normale Kursschwankungen können reichen und wenn ich gleichzeitig nur kleine Gewinne mitnehme bleibt der absolute Gewinn wieder überschaubar.

00:06:08: Dann bin Ich Wieder Bei dem alten Problem Kleine Beträge viele Entscheidungen hohe Präzession Und all das vor Kosten, Spread und Slippage.

00:06:19: Das ist der Zielkonflikt im Trading.

00:06:21: Setze ich weniger ein?

00:06:23: Ist der Gewinn oft kaum relevant?

00:06:25: Setze sich mehr ein?

00:06:27: Muss ich das Risiko begrenzen?

00:06:29: Begrenze ich das risikoweit?

00:06:31: Wird ein Verlust drei teuer?

00:06:34: Begrenze ich es eng werde ich häufiger durch normale Bewegungen herausgedrückt.

00:06:41: Und in keiner dieser Varianten ist der Trade schon gewonnen!

00:06:46: Damit kommen wir zu den Kosten.

00:06:48: Früher war Trading abschreckender.

00:06:50: Man sah die Ordergebühr, man musste wenn ich kaufe kostet mich das x Euro.

00:06:55: Wenn ich verkaufe kostete mich das wieder.

00:06:58: Der Preis für Aktivität war sichtbar.

00:07:02: Heute ist es anders.

00:07:04: Viele Broker werben mit sehr niedrigen Kosten.

00:07:06: Meine Order kostet vielleicht nur einen Euro.

00:07:09: Manche werben sogar mit kostenlos und da senkt die Hemmenschwelle enorm.

00:07:15: Wenn etwas fast nichts kostet macht man es häufiger.

00:07:19: Das ist psychologisch wichtig, nicht ökonomisch.

00:07:23: So kommen wir aber gleich nochmal.

00:07:26: Denn die Wahrheit ist – die sichtbare Gebühr ist nur ein Teil der Kosten.

00:07:30: Beim Trading gibt es auch welche, die man als Rechnung bekommt.

00:07:35: Man sieht sie nicht in einer separaten Zeile.

00:07:38: Sie stecken in der Ausführung im Spread, im Handelsplatz, in der Liquidität oder bei bestimmten Produkten, in Preising und im Zins.

00:07:50: günstige Broker schlecht ist.

00:07:52: Und diese pauschale Aussage wäre falsch, aber es heißt kostenlos ist an der Börse selten wirklich kostenlos.

00:08:01: Manchmal ist der Preis nur weniger sichtbar und gerade für Trader ist das wichtig weil sie nicht einmal im Monat handeln sondern immer wieder.

00:08:10: ein kleiner Nachteil ist bei einer langfristigen Investition oft nicht entscheidend.

00:08:15: wer eine Aktie fünf oder zehn Jahre hält dem kann es völlig egal sein, ob er ein paar Cent besser oder schlechter gekauft hat.

00:08:23: Für jemanden der auf ein oder zwei Prozent Bewegung spekuliert sieht das anders aus.

00:08:30: Da kann schon einen kleinen Nachteil einen großen Teil des möglichen Gewinns aufzählen.

00:08:36: Was sind also diese weiteren oft übersehenden Kosten?

00:08:41: Ein wichtiger Punkt wird beim Trading besonders oft unterschätzt Der Spread.

00:08:45: Das Spread ist der Abstand zwischen dem Preis zu dem sie sofort kaufen können und dem Preis, zu dem sie sofort verkaufen könnten.

00:08:54: Ein einfaches Beispiel – Sie können eine Aktie gerade zur Fünfzig Komma Zwanzig Euro kaufen?

00:09:00: Verkaufen können Sie dieselbe Aktie im gleichen Moment aber nur zur Fünftig Komma Null Null.

00:09:06: Diese zwanzig Cent Unterschied sind der Spread.

00:09:10: Schauen Sie sich das gerne einmal bei Ihrem Broker an!

00:09:13: Gerade bei Nebenwerten oder wenn Sie US-Werte außerhalb der amerikanischen Börsenöffnungszeiten handeln Wird dieser Spread besonders deutlich?

00:09:22: Also hoch.

00:09:24: Wenn Sie also kaufen und sofort wieder verkaufen würden, hätten sie bereits Verlust gemacht – obwohl sich der eigentliche Wert der Aktie gar nicht verändert hat!

00:09:33: Man könnte sagen das Spread ist die Eintrittsgebühr in den Trade.

00:09:39: Bei großen sehr liquiden Aktien ist dieser Abstand oft relativ gering.

00:09:44: Bei weniger liquiden Werten kann er deutlich größer sein Und dort wird es für Trader unangenehm.

00:09:51: Dann kommt noch etwas häufig zu slippage.

00:09:55: Slippage bedeutet, dass sie nicht zu dem Kurs ausgeführt werden den Sie gerade gesehen oder erwartet haben.

00:10:03: Sie sehen vielleicht einen Briefkurs also den Kurs zu dem man etwas kaufen kann.

00:10:08: Sie denken zu diesem Kurs kaufe ich jetzt?

00:10:11: Dann suchen Sie die Uwebapiernummer geben billigst ein und plötzlich bekommen sie nicht den kurs den Sie grade noch auf dem Bildschirm gesehen haben sondern einen schlechteren.

00:10:22: das passiert besonders häufig bei weniger liquiden Werten.

00:10:26: Dort stehen vielleicht nicht genügend Stücke zu dem angezeigten Preis bereit.

00:10:31: Oder der Magler stellt neue Kurse und die Geld- oder Briefseite wird angepasst, während ihre Order läuft.

00:10:39: Nach meiner Erfahrung sieht man solche Effekte an Börsenplätzen wie Frankfurt oder Stuttgart häufiger als auf Cedra vor allem bei den Nebenwerten und weniger gehandelten Aktien – nicht immer, nicht bei jeder Order aber oft genug dass man es kennen sollte!

00:10:55: Und genau hier liegt ein praktisches Problem.

00:10:58: Viele Trader rechneten mit dem Kurs, den sie sehen.

00:11:02: Verdienen und verlieren tun Sie aber mit dem kurs, zu dem sie tatsächlich ausgeführt werden.

00:11:08: Bei einem langfristigen Investor ist das meist nur eine relativ unwichtige Unschärfe.

00:11:13: Beim kurzfristigen Trader kann es aus einem guten Trade einen mittelmäßigen machen oder aus einem mittelmässigem Trade einen Verlust.

00:11:24: Das türkische am Trading ist der Markt muss gar nicht dramatisch gegen sie laufen.

00:11:29: Es reicht oft schon, wenn er nicht schnell genug für sie läuft.

00:11:33: Sie kaufen?

00:11:34: Der Kurs bewegt sich ein wenig.

00:11:36: Das Brett ist da.

00:11:37: Die Ausführung war nicht perfekt.

00:11:39: Vielleicht zögerten sie beim Verkauf?

00:11:43: Vielleicht kommt eine kleine Gegenbewegung?

00:11:45: Vielleicht springt der Kurs kurz unter ihr mentales Limit Und sie steigen genervt aus.

00:11:50: Am Ende haben sie nicht viel verloren Vielleicht nur ein paar Euro vielleicht zwanzig oder fünfzig Aber das Problem ist die Wiederholung.

00:11:59: Trading besteht selten aus einer einzigen Entscheidung.

00:12:02: Trading ist eine Kette von Entscheidungen.

00:12:04: Einstieg, Ausstieg Positionsgröße Stop Nachkauf Erneuter-Einstieg Verzicht Reaktion auf den letzten Verlust.

00:12:15: Je häufiger sie handeln desto öfter müssen sie richtig liegen und zwar nicht nur grob richtig.

00:12:20: Sie müssen zeitlich richtig liegen Sie müssen technisch sauber ausgeführt werden Sie müssen emotional stabil bleiben Und sie müssen ein Trade beenden, bevor aus einer Idee ein Investment und dann eine Depo-Leiche wird.

00:12:36: Das ist deutlich schwerer als es in vielen Tradingvideos aussieht.

00:12:41: Es gibt zu diesem Thema viele Untersuchungen und Sie zeigen seit Jahren ein recht ähnliches Bild.

00:12:46: Die große Mehrheit privater Kurzfristträder verdient auf Dauer kein Geld.

00:12:51: Besonders deutlich wird das beim Daytrading und bei Gehebelt Produkten wie CFDs.

00:12:57: Dort verlieren viele private Kontengeld.

00:13:01: Das ist dazwischen sogar so bekannt, dass Anbieter in Europa Risikohinweise anzeigen müssen.

00:13:07: Aber auch Abseits von CFDs gilt Je kürzer der Zeithorizont und je häufiger gehandelt wird, desto stärker wirkt der Gegenwind aus Kosten Ausführung Zufall und Psychologie.

00:13:21: Viele unterschätzen dabei wie stark kurzfristige Kursbewegungen vom ZufAll geprägt sind.

00:13:28: Ein Unternehmen kann gut sein und die Aktie fällt trotzdem.

00:13:32: Eine schlechte Aktie kann steigen, weil der Markt gerade euphorisch ist.

00:13:36: Eine Nachricht kann positiv klingen aber schlechter sein als erwartet.

00:13:42: Eine Aktie können stark reagieren obwohl sich fundamental kaum etwas geändert hat nur weil ein Fonds seine Aktien verkauft.

00:13:51: Kurzfristig ist vieles neues also viel Lärm um nichts wie ich in meinem Kurs immer sage Zufallsschwankungen.

00:14:01: Handelbild braucht einen Vorteil.

00:14:03: Nicht ein Gefühl, nicht eine Meinung – einen echten Vorteil!

00:14:08: Nur die meisten Privatanleger haben diesen Vorteil nicht.

00:14:12: Sie sehen dieselben Kurse oft später als Profis.

00:14:15: Sie brauchen viel länger um einen Trade auszuführen.

00:14:18: Ein Freund von mir handelt innerhalb von wenigen Sekunden auf eine Nachricht obwohl er sie erst erfassen grob lesen und beurteilen muss.

00:14:27: aber der hat auch ein Jahrzehnt für Bankeneigenhandel betrieben.

00:14:30: Der ist Profi.

00:14:33: Zudem hat er Nachrichten auch oft schneller, ungefiltert und im ersten Originaltext.

00:14:39: Sie lesen häufig dieselben Nachrichten oft später als der Markt aus einer anderen Quelle die das Original zitiert – eine Zeitverzögerung selbst wenn sie schnell wären.

00:14:51: Und sie handeln mit schlechterer Infrastruktur weniger Liquiditätszugang und mehr Emotionen.

00:14:59: Das ist keine Beleidigung, das ist die Ausgangslage.

00:15:03: Kommen wir zum Thema Psychologie Denn Trading hat noch einen anderen Reiz, den viele unterliegen.

00:15:11: Es gibt sofort Rückmeldung!

00:15:14: Sie kaufen und nach wenigen Minuten oder Stunden wissen sie scheinbar ob sie richtig lagen.

00:15:20: Das fühlt sich befriedigend an.

00:15:21: das schüttet Dopamin aus.

00:15:24: viel befriediger als ein langfristiges investieren bei dem man manchmal monatelang nicht zieht Und man vielleicht sogar lange warten muss bis ich die Auswirkungen ihrer Grundidee wirklich im Kurs zeigen.

00:15:37: Sofortige Rückmeldung ist nicht automatisch gute Rückmeltungen.

00:15:41: Wenn ein Trait gelingt, fühlt es sich wie Können an!

00:15:45: Wenn er scheitert, ist das für die Meisträder Pech oder wie ein Fehler im Detail.

00:15:51: Ah, darf ich zu früh verkauft?

00:15:54: Oder zu spät gekauft?

00:15:56: Ah, misst den Stopp falsch gesetzt... ...oder den Nachrichtenlage falsch gelesen.

00:16:03: Dadurch entsteht eine gefährliche Lernschleife.

00:16:05: Der Gewinn wird als Bestätigung verbucht Der Verlust wird als Ausnahme erklärt.

00:16:12: Nach einigen Gewinnen steigt dann oft die Positionsgröße, nach einigen Verluste allerdings auch, denn dann kommt der Wunsch das Geld zurückzuholen dass man verloren hat.

00:16:23: Dann wird aus einer Entscheidung der emotionale Verluster die Verlüste wieder auszugleichen.

00:16:30: und ab da verlieren viele Anleger nicht nur Geld sondern auch Ruhe.

00:16:35: Sie schauen häufig ins Depot, sie bewerten den Tag nach Kursbewegungen.

00:16:39: Sie fühlen sich aktiv aber nicht unbedingt besser und je mehr sie handeln desto stärker wird der Markt zu einem ständigen Handypartner.

00:16:48: nur ist der Markt kein guter Freund.

00:16:50: er antwortet dauernd aber erklärt nichts.

00:16:55: viele Privatanleger stellen sich Trading so vor als würden sie gegen einen Kurs handeln Aber ein Kurs entsteht nicht im luftlären Raum.

00:17:04: Auf der anderen Seite stehen andere Marktteilnehmer.

00:17:07: Professionelle Händler Algorithmen Market-Maker Institutionell Investoren Spezialisten, die Liquidität stellen Menschen und Maschinen, den nichts anderes tun als kurzfristige Preisunterschiede auszunutzen.

00:17:23: Das heißt nicht dass der Privatanleger Chancenlos ist Aber er sollte wissen welches Spiel er gegen wen spielt.

00:17:31: Bei einem langfristigen Investieren kann der Privatanleger dagegen große Vorteile haben.

00:17:36: Er muss nicht jedes Quartal glänzen.

00:17:39: Er kann Geduld haben, er kann Unternehmen über Jahre begleiten... ...er kann Unsicherheit aushalten wenn seine These und seine Grundidee noch intakt ist.

00:17:48: Er muß nicht jeden Tag handeln und er wird nicht gleich ausgestoppt weil der Markt wieder einmal schwankt, weil Trump irgendwas gesagt hat.

00:17:57: Beim kurzfristigen Trading gibt er viele dieser Vorteile auf.

00:18:04: Geschwindigkeit, Ausführung, Liquidität und emotionale Kälte zählen.

00:18:12: Doch hier sind die professionellen Marktteilnehmer oft überlegen.

00:18:17: Und damit sind wir bei der eigentlichen Alternative.

00:18:20: Viele Menschen treten weil sie glauben langfristiges Investieren sei zu langsam.

00:18:25: Ohne Hebel sieht der Gewinn optisch kleiner aus.

00:18:28: eine Aktie steigt an einem Tag vielleicht nur ein Prozent oder sich bewegt wochenlang gar nicht.

00:18:34: das wird langweilig wenn man auf schnelle Ergebnisse wartet.

00:18:38: Aber langfristig entstehen große Vermögen selten durch viele kleine Kurzfristraids, sie entstehen oft dadurch dass man an den wirklich großen Bewegungen guter Unternehmen beteiligt bleibt nicht nur an einem Prozent, nicht nur zwei Prozent sondern an Jahren der Entwicklung.

00:18:57: ein gutes Unternehmen kann über lange Zeit wachsen.

00:19:00: es kann höhere Gewinne erzielen neue Märkte erschließen Preissetzungsmacht nutzen Aktien zurückkaufen, Dividenden steigern oder seine Marktposition weiter verbessern.

00:19:12: Diese Bewegungen erkennt man nicht immer am nächsten Tag.

00:19:15: Man sieht sie oft erst über die Jahre.

00:19:18: Der langfristige Investor verdient deshalb nicht weil er jeden Kurs ausschlagrichtig deutet.

00:19:24: Er verdient Weil er sich mit dem Markt und mit guten Unternehmen bewegt.

00:19:29: Das ist weniger spektakulär aber auch weniger aufregend Und es hat einen großen Vorteil.

00:19:36: Man muss nicht jeden Tag gegen Spread, Slippage, Kosten, Stress und Profis gewinnen.

00:19:43: Man muss vor allem gute Entscheidungen treffen und lange genug dabei bleiben wenn die Gründe stimmen.

00:19:49: Genau darum geht es übrigens in meiner Masterclass.

00:19:53: Andre Costolani der Altmeister der Börse des letzten Jahrhunderts brachte dazu einmal einen hervorragenden Spruch.

00:20:00: Er sagte Ich weiß nicht wie man schnell reich wird aber ich weiß wie man schneller arm wird Nämlich indem man versucht, schnell reich zu werden.

00:20:14: Eine kurze Quintessenz aus meiner Sicht.

00:20:16: Trading ist nicht nur deshalb schwierig weil Kurse schwer vorherzusagen sind.

00:20:21: Trading es schwierig weil die Ausgangslage gegen den privaten Anleger arbeitet.

00:20:27: Kleine Gewinne wirken attraktiv haben aber oft kaum Gewicht auf das Gesamtvermögen.

00:20:33: Kosten sind niedriger sichtbar aber nicht verschwunden.

00:20:37: Spread und Slippage fressen einen Teil des möglichen Gewinnes auf und gerade weniger liquide Werte können da besonders unangenehm sein.

00:20:47: Die Psychologie wird mit jedem Trade wichtiger, gerade bei sich anhäufenden Verlusten wird das zum Problem.

00:20:54: Beim Pokern nennt man das Tiltgehen also die Risiken immer mehr zu erhöhen um seine Verluste wieder hereinzuholen und nicht mehr darauf zu achten.

00:21:06: Leider erhöht gerade das die Wahrscheinlichkeit noch mehr zu verlieren weil die Verlusterbegrenzung nicht mehr wirklich gemacht wird und die Positionen viel größer werden müssen, um das zu schaffen.

00:21:19: Der langfristige Investor verzichtet auf den Nervenkitzel.

00:21:23: Er verzichtet oft auch auf die optisch schnellen Gewinne durch Hebel Aber er bekommt dafür etwas Wertvolleres einen Zeithorizont in dem Unternehmen für ihn arbeiten können Und damit viel mehr Ruhe.

00:21:37: Das führt wiederum zu weniger Fehlern in unruhigen Zeiten was übrigens der Hauptgrund für eine langfristig deutlich positive Performance am Aktienmarkt ist.

00:21:47: Es dann ist man dabei bei den ganz großen Bewegungen, nicht in ein sieben oder seventy Euro Gewinn aus einem schnellen Trade sondern in der Fähigkeit gute Unternehmen zu erkennen vernünftig zu bewerten und lange genug investiert zu bleiben wenn die Entwicklung stimmt.

00:22:06: Wer mit Aktienvermögen aufbauen will sollte sich deshalb eine einfache Frage stellen Will ich wirklich ständig Kurse handeln?

00:22:13: Oder will ich Unternehmen besitzen der ein Wert über die Jahre steigt.

00:22:18: Das sind zwei völlig unterschiedliche Spiele, viele Anleger verlieren Geld weil sie glauben sie spielten das zweite obwohl sie längst im ersten gelandet sind und damit wünsche ihnen wieder alles Gute und viel Erfolg bei all ihren Investments!

00:22:37: Ihr Wilhelm Scholze.

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